Tanja

Aufgewachsen bin ich in Gsteig bei Gstaad, in einem christlichen Elternhaus. Meine Eltern haben mir viel Liebe geschenkt, Anstand beigebracht und sind immer hinter mir gestanden, egal was ich gemacht hatte. Als Mädchen wurden mir oft biblische Geschichten erzählt, welche mich zwar interessiert haben, aber Geschichten blieben.

Nach der Schulzeit machte ich die Ausbildung als Damencoiffeuse. Das Arbeiten mit den Menschen sowie das Einbringen der Kreativität lagen mir und ich durfte die Lehre als Kantonsbeste beenden. Trotz des guten Abschlusses fühlte ich mich nicht wohl im Beruf und schlug ein halbes Jahr später eine andere Richtung ein. Ich absolvierte in Gstaad die gesamte Skilehrerausbildung. Mit dem eidg. Fachausweis als Skilehrerin im Rucksack ging ich dann auf Reisen. Die Winter verbrachte ich in Kanada, als Skiguide (Reiseleiterin für Skigäste). Für den Sommer reiste ich in die Schweiz und jobbte bei verschiedenen Betrieben. Es folgten mehrere Jahre in diesem Rhythmus. Dabei verdiente ich wenig Geld, hatte aber viel Spass.

 

Ich machte einfach, was mir lag und hatte Freude daran. Trotzdem fühlte ich mich weg von zu Hause oft einsam.

 

Einmal reiste ich nach dem Winter in Kanada direkt weiter in den Winter nach Neuseeland. Dort arbeitete ich als Übersetzerin. Ich machte einfach, was mir lag und hatte Freude daran. Trotzdem fühlte ich mich weg von zu Hause oft einsam. Ich suchte nach etwas, was mein inneres Loch hätte stopfen können. So habe ich mich über vieles informiert und unter anderem Halt in der Esoterik gesucht. Aber die innere Leere blieb.

 

Da lernte ich den Mann kennen, der meinen Plan durchkreuzen sollte: Martin.

 

Nach dem Winter in Neuseeland folgte wieder Kanada. Nun hatte ich einen Plan: Ich wollte nach Kanada auswandern! Doch vorher musste ich nochmals für ein halbes Jahr zurück in die Schweiz, um alles zu regeln. So reiste ich 1999 zurück in die Schweiz, und jobbte diesmal bei Adventure World in Interlaken. Da lernte ich den Mann kennen, der meinen Plan durchkreuzen sollte: Martin.

Dass Martin und ich heiraten würden, war schon nach zwei Wochen klar. Nun mussten wir uns aber entscheiden, wo wir den Winter verbringen sollten. In Kanada wäre unsere Beziehung durch die sehr unterschiedliche Arbeit bereits zu Beginn auf eine harte Probe gestellt worden. Daher entschieden wir uns, lieber gemeinsam auf die Lenzerheide zu gehen. Dort arbeitete ich den ersten Winter an einer Skibar. Die folgenden Winter arbeitet ich dann als Skilehrerin. So verbrachten wir bis 2013 den Winter auf der Lenzerheide und den Sommer in Interlaken.

 

Doch je mehr ich mich wieder mit dem christlichen Glauben auseinandersetzte, desto mehr stellte ich fest, dass Jesus auch etwas mit mir zu tun hat.

 

Was übrigens im Jahr 2000 auch dazu kam: Ich wurde Gotte von Silas, dem Neffen von Martin. Wir wurden zur Einsegnung in eine Freikirche eingeladen. «Was für eine Gemeinschaft ist denn das?», fragte ich mich und war kritisch. Doch je mehr ich mich wieder mit dem christlichen Glauben auseinandersetzte, desto mehr stellte ich fest, dass Jesus auch etwas mit mir zu tun hat. Martin und ich fingen an, zeitweise einen Gottesdienst zu besuchen und unterhielten uns anschliessend über den Glauben. Auch durch meinen Gottenbuben lernte ich viel. Er hat mir auf kindliche Weise den Glauben nähergebracht.

Mein Interesse am christlichen Glauben wuchs, ich las die ganze Bibel durch, und wir schlossen uns einer Freikirche an. Dort habe ich mich entschieden, mich noch bewusst taufen zu lassen. Dieser Schritt war für mich von spezieller Bedeutung.

Unterdessen waren wir ins Haus meines Grossvaters gezogen. Dort habe ich eine neue Leidenschaft entdeckt: Die Gartenarbeit! Das Haus hat einen grossen Garten, welcher von meinem Grossvater bewirtschaftet worden ist. Ich habe nach und nach begonnen, Kartoffeln, Karotten, Kohl, Fenchel, Lauch, Salate, Radieschen, und Kräuter anzupflanzen. Was ich im Garten säen und anpflanzen konnte, auf was man achten muss und wie Bäume geschnitten werden, musste ich einfach ausprobieren. Mein Grossvater hatte wohl ein sehr grosses Wissen. Doch meine Leidenschaft für die Gartenarbeit begann erst, nachdem mein Grossvater verstorben war. Daher mein Tipp: Wer alles noch Grosseltern hat: fragt sie aus!

Mit dem gesunden Gemüse im Garten stieg mein Interesse an gesunder Ernährung. Nach einem Vortrag über Vollwerternährung habe ich mich über gesunde, regionale und saisonale Vollwerternährung weitergebildet. Das Thema Ernährung macht mir Freude und begeistert mich. Denn eine ausgewogene Ernährung tut unserem Körper gut und hilft, viele der Zivilisationskrankheiten zu vermeiden.

 

Hier darf ich auftanken und ankommen wie ich bin.

 

Auch meine Seele braucht Nahrung. Dabei ist mir der Glaube an Jesus wichtig. Ich pflege ihn zum Beispiel durchs Hören der Bible App auf dem Weg zur Arbeit oder den Besuch einer Celebration. Seit ein paar Jahren fühlen Martin und ich uns in der HOPE & LIFE CHURCH zu Hause. Hier darf ich auftanken und ankommen wie ich bin. Wenn ich raus gehe, denke ich oft, «ich möchte» an mir arbeiten. Nicht «ich muss». Es lohnt sich, dafür jeden Sonntag eine knappe Stunde von Interlaken ins Emmental zu fahren.

 

Ich bin Gott dankbar, konnte über all die Jahre meine innere Leere ausgefüllt, ja, sogar mit wunderbaren Dingen überfüllt werden.

 

Ein weiterer Ort zum Auftanken ist die Natur. Ich erfreue mich an der Vielfalt. Ebenso tut mir die Bewegung gut und so komme ich zu einem weiteren wichtigen Lebensinhalt von mir: Dem Sport. Gerne gehe ich Joggen, Nordic Walken, Skifahren, Langlaufen oder Schneeschuhwandern. Es ist für mich Ausgleich und hält mich fit und gesund. Wenn ich alleine unterwegs bin, hilft es mir, meine Gedanken zu sortieren und ich kann Gottes Stimme erkennen. Gerade kürzlich hatte ich eine Erkenntnis, welche mir half, Frieden über einer abgeschnittenen Freundschaft zu finden. Ich bin Gott dankbar, konnte über all die Jahre meine innere Leere ausgefüllt, ja, sogar mit wunderbaren Dingen überfüllt werden.

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Frauensache

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