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Erika

An einem Tiefpunkt in meinem Leben begegnete ich Gott in einer unerwarteten Weise wieder, nachdem ich als junge Erwachsene beschlossen hatte, mich von der Kirche abzuwenden, die mir Gott als den Strafenden darstellte.

Ich habe ursprünglich eine Ausbildung als Schneiderin gemacht, später eine Ausbildung als Pflegefachfrau. An meinem Arbeitsplatz im Alterspflegezentrum erlebte ich oft Dinge, die ich nicht einordnen konnte und bei denen ich mich fragte, von wem ich geführt werde. Eines Tages während meiner Arbeit verspürte ich den Impuls, zu einer Bewohnerin des Pflegezentrums zu gehen. Ich sagte ihr, dass alles erledigt sei und dass sie jetzt gehen darf. Und in diesem Moment, kurz nach diesen Worten, konnte sie endlich, nach langem Ringen, sterben. Ich war tief berührt und hatte gleichzeitig viele Fragen. Von wem stammte dieser innere Impuls? Gab es da noch mehr?

 

Es kommt gut.

 

Es war ein Unfall mit Spitalaufenthalt, der mich vor etwa acht Jahren – ich war 62 Jahre alt – jäh aus der Bahn warf. Das darauffolgende Burnout, das sich schon vor dem Unfall abgezeichnet hatte, blockierte mich nach dem Spitalaustritt so sehr, dass mich der Arzt in eine Fachklinik für Psychotherapie einwies. Auch in dieser Zeit hatte ich wiederum ein Erlebnis, das ich nicht so recht einordnen konnte. Ich lag – völlig erschöpft und ohne Hoffnung – draussen auf dem Liegestuhl, als ich ein Gesicht vor mir sah. Obwohl ich damals nicht mehr an Gott glaubte, wusste ich doch instinktiv, dass das Jesus war, der mir in meiner Verzweiflung begegnet. Er sprach zu mir den einen Satz: «Es kommt gut.» Diese Worte haben mich auf eigentümliche Art und Weise beruhigt.

Nach dem Unfall, auf dem Weg zurück ins Leben, suchte ich nach alternativen Lösungen und lernte schliesslich ein ganzheitliches Konzept kennen, welches mir eine neue Perspektive gab, sowohl gesundheitlich, aber auch in Bezug auf mein Denken, mein Fühlen und meinen Glauben. Die alles blockierende Schwere in mir begann sich aufzulösen, ich bekam wieder neuen Lebensmut und verspürte eine Energie, welche ich schon lange Zeit nicht mehr kannte. Der Nebel in meinem Kopf löste sich auf und ich erhielt wieder eine klare Sicht, so dass ich mich wieder etwas fühlen und ich selbst sein konnte. Ich war begeistert, weil ich wieder klar denken konnte und sich die Betonmauer in mir aufgelöst hatte.

 

Da war endlich von einem Gott die Rede, der liebt, beschützt und heilt.

 

Es stellte sich heraus, dass hinter diesem ganzheitlichen Konzept ein Mann stand, welcher an Jesus glaubte. Ich begann, Bücher von ihm zu lesen, in denen er davon erzählt, wie er seinen Glauben an Gott lebt. Ich las da von einer persönlichen Beziehung zu Gott, welche ich bis dahin nicht kannte. Das liess mich aufhorchen. Da war endlich von einem Gott die Rede, der liebt, beschützt und heilt. Ich begegnete (m)einem Gott, an den ich schon als Kind glaubte, ihn jedoch in der Kirche nicht angetroffen habe. Ich bin in einer reformierten Kirche aufgewachsen und ging in die Sonntagsschule. Der Pfarrer hatte jedoch ausschliesslich von einem strafenden Gott erzählt und was alles passieren würde, wenn wir uns nicht an die Gebote und Gesetze halten, die uns vorgegeben wurden. Nun lernte ich also, dass wir Gott als Vorbild haben und ihm vertrauen können, dass er uns hilft, unsere Träume zu entwickeln und zu leben.

 

Ein tiefer Friede und eine nie gekannte Ruhe erfüllten mich.

 

Irgendwann in meinem Unterwegssein mit Gott spürte ich den Wunsch, mich taufen zu lassen. Ich werde dieses Erlebnis nie mehr vergessen: Nach dem Untertauchen im Wasser stand ich auf und ich nahm mich ganz anders wahr, als vor der Taufe. Im ersten Moment war ich mit mir überfordert, weil ich mich so nicht kannte, ich war ein ganz anderer Mensch: Ein tiefer Friede und eine nie gekannte Ruhe erfüllten mich.  Danach veränderte sich vieles. Etwas, das ich nach meiner Taufe bewusst anpackte, war der Umgang mit Nachrichten. Ich habe mich entschieden, nur noch dosiert Nachrichten zu schauen und Zeitung zu lesen und lasse mich nicht mehr durch negative Schlagzeilen runterziehen. Nun tauchte für mich die Frage auf: «Glauben, wie macht man das? » Ich glaubte daran, dass Gott mich liebt und habe mich ihm zugewendet, ich wollte aber nach meiner Taufe auch meinen Alltag mit ihm gestalten. Auf dieser Suche stiess ich auf Bibellesepläne und fing an, diese täglich zu lesen. Im Juni 2019 habe ich den Leseplan «Überfliessender Segen» von Konrad Blaser abgeschlossen und ihm spontan geschrieben. Ich konnte mich in diesem Leseplan wiederfinden und er entspricht ganz genau dem, was ich für mich wahrnehme, seit ich an Jesus glaube. Konrad hat mir zurückgeschrieben und meinen Mann Willy und mich in die HOPE & LIFE CHURCH an eine Celebration eingeladen – vorausgesetzt, der Weg sei uns nicht zu lang (wir leben in Bubendorf, Baselland). Seither sind wir regelmässig am Sonntag in der HOPE & LIFE CHURCH an den Celebrations anzutreffen und geniessen die Zeit im Kalchofen in der Gemeinschaft mit anderen sehr. Im Moment schauen wir die Predigt via Livestream und hoffen, dass wir uns bald wieder «live» und vor Ort treffen können, wir vermissen die persönlichen Begegnungen.

 

Ich bin immer noch auf dem Weg, und zwar Schritt für Schritt.

 

Wie sieht es denn heute mit meinem Glauben im Alltag aus? Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich immer noch auf dem Weg bin, und zwar Schritt für Schritt. Ich lese täglich in der Bibel, ich lasse Verse in mein Herz sinken und lasse aber auch vieles stehen, das ich jetzt noch nicht verstehe. Den Bibelstudy verfolge ich mit grossem Interesse und lerne dort so viel Neues und Inspirierendes.

 

In diese Gedanken hinein entscheide ich mich dann jeweils, einfach zu vertrauen.

 

Ich habe dann und wann auch Zweifel, an mir oder an meinem Glauben. Wie sieht es in meinem Herzen aus? Würde es mir wie Petrus gehen, der Jesus dreimal verleugnet, oder könnte ich zu meinem Gott stehen, wenn es hart auf hart kommt? In diese Gedanken hinein entscheide ich mich dann jeweils, einfach zu vertrauen, Gott zu vertrauen, dass er mein Herz kennt und mich an der Hand nimmt.

Mit meinen beiden erwachsenen Töchtern habe ich meinen Glauben an Gott nie gross zum Thema gemacht. Kürzlich aber waren wir alle mit einer Situation konfrontiert, die uns allen zu schaffen macht. Ein kleines Mädchen aus unserem Bekanntenkreis ist an einem Hirntumor erkrankt. «Ich bete für dieses Mädchen», sagte ich zu meiner Tochter. Daraufhin sagte sie mir, dass auch sie am Beten sei. Das hat mich sehr berührt und ermutigt. Mein Mann Willy dagegen hat natürlich meine Hinwendung zu Gott aus nächster Nähe miterlebt und auch gesehen, wie ich mich zum Positiven verändert habe. Ich kann von mir sagen, dass ich ruhiger und zufriedener geworden bin. Ich bin mir bewusst, dass ich nicht für alles die Verantwortung übernehmen kann und weiss aber auch, an wen ich mich dabei wenden kann: Ich bete zu meinem Gott und gebe ihm im Gebet alles ab, was mich belastet oder mir Sorgen bereitet. Ja, ich habe gemerkt: Ich kann nicht alles selber machen. Ich, die ich lösungsorientiert bin und stets wenig Geduld mit mir und anderen hatte, bete neuerdings um Vertrauen und erlebe dabei, wie Gott mich führt und ruhig macht. Ich kann ihm Glauben schenken, wenn er mir – wie damals auf dem Liegestuhl – versichert: «Es kommt alles gut.»

 

Es ist nie zu spät.

 

Es ist nie zu spät zur Umkehr. Das habe ich selber erlebt und ich möchte es nicht missen. Gott hat alles bereitgestellt, ich muss dieses neue Leben nur ergreifen und beginnen, mit Gott einen Weg zu gehen und auf ihn zu setzen. Gott hat mich geschaffen und ist mit mir am Werk. Egal, was kommt – ich habe keine Angst mehr, weil ich weiss, dass ich nicht allein bin und das letzte Wort Gott gehört.

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Frauensache

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