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Nun war da nichts. Nichts als Stille. Und das war alles, was ich brauchte.

REGINA NEUFELD

 

Stille soll bekanntlich nicht nur Stress reduzieren, sondern auch Konzentration und Kreativität fördern. Sogar unser Gehirn wächst, wenn wir regelmässig Zeiten in der Stille verbringen. Selbst meditative Musik hat keine so starke Wirkung wie Stille.

„In der Ruhe liegt die Kraft“ ist kein leeres Sprichwort. Selbst die Bibel spricht davon. „Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Durch Stillsein und Vertrauen könntet ihr stark sein.“ Jesaja 30.15)

Den ersten meiner drei Tage im Kloster verbrachte ich damit, mein Wirrwarr an Gedanken loszulassen. Ich ging spazieren. Durch den Wald, zum See, und merkte, wie sich meine Schritte mit der Zeit beruhigten. Meine Ohren öffneten sich für das Orchester der Natur, meine Augen entdeckten die Kunstwerke Gottes.

Am zweiten Tag setzte ich mich bewusst hin und machte mir die Gegenwart Gottes bewusst.

Langsam macht sich ein Gefühl von Ankommen in mir breit. Zuhause sein. Zurück von meinen Irrungen, zurück in den Armen meines himmlischen Vaters. Ich darf mich an seine Brust lehnen und seinem Herzschlag lauschen. Worte sind überflüssig. Ich darf einfach sein.

Mich in seiner Gegenwart zu verlieren, hilft mir, zu verstehen, was wichtig ist. Als würde ich durch das Wasser eines stillen Sees bis auf den Grund sehen.

Ich lerne neu, über Gott zu staunen, ihn zu loben, ihn anzubeten. So oft wollte ich Gott ähnlicher werden. Doch statt es mir zu erarbeiten, darf ich stille werden und in sein Spiegelbild verwandelt werden.

Fragen zum Text

Was tust du, wenn du nichts zu tun hast oder auf jemanden warten musst?

Was sind deine Strategien, um zur Ruhe zu kommen?

Bist du bereit, früher aufzustehen, um Zeit mit Gott zu verbringen oder andere Wege zu finden, um Zeiten der Stille in deinem Alltag zu ermöglichen?

Hast du schon mal erlebt, wie Gott für dich gekämpft hat? Fällt es dir leicht, Gott für dich kämpfen zu lassen?

Umsetzung im Alltag

Nimm dir mindestens eine Stunde Zeit – stelle den Wecker, damit du nicht immer auf die Uhr schaust – und setze dich hin. Nimm die Stille wahr und trete bewusst vor den Thron Gottes. Sobald dich Gedanken ablenken, öffne deine Hände, um zu zeigen, dass du sie loslässt. Sei bereit, dich von Gott in dieser Stunde beschenken zu lassen. Dasselbe kannst du natürlich auch auf einem Spaziergang in der Natur machen.