Skip to main content

HOPE – Hoffnung ist unsere Botschaft. So lautet einer der sechs Werte der HOPE & LIFE CHURCH. Wie setzen Mamis diesen Wert in ihrem Alltag um? Dazu kommen vier Mütter zu Wort:

Karin, Mutter von zwei Kindern (Owen, 5-jährig und Floyd, 2- jährig)

Sabrina, Mutter von vier Kindern (Ben, 6-jährig, Mia, bald 5- jährig, Lio, 3.5-jährig und Nik, 1.5-jährig)

Nadine, Mutter von zwei Kindern (Yoshua, bald 3-jährig, Talita, 1-jährig)

Lilian, Mutter von zwei Kindern (Aaron, 4-jährig und Milad, 2-jährig)

Wie gehen Mamis hoffnungsvoll durch ihren Alltag? Vier Mütter haben sich zu dem Begriff Hoffnung ausgetauscht. Passend zu diesem Talk findest du auch einen Beitrag mit einem Input zum Thema.

 

Wie geht ihr damit um, wenn bei einem Tag alles drunter und drüber läuft, als gedacht und ihr in euren Augen versagt habt?

 

Sabrina: Gestern war ein Tag, der gar nicht so verlaufen ist, wie ich es mir vorgestellt hatte. Heute habe ich gebetet und zu Gott gesagt: Es tut mir so leid, dass ich versagt habe, ich hätte doch so gerne anders reagiert, wäre so gerne geduldiger, liebevoller und einfühlsamer gewesen. Und doch finde ich es eben gut, dass es solche Tage gibt. Mir zeigt es, dass ich abhängig bleibe von Gott und ihn brauche. Ich weiss, ohne Gott schaffe ich es nicht. Eigentlich sind solche Tage sehr positiv, weil sie mich demütig machen. Und wenn ich es dann beim nächsten Mal schaffe, weiss ich: Ich habe es mit Gottes Hilfe geschafft, nicht wegen meiner Leistung.

 

Ich muss nicht immer die spielen, die alles im Griff hat, sondern darf auch meinen Kindern gegenüber Fehler zugeben.

Karin

 

Karin: Wenn ich nicht so reagiere, wie ich es möchte oder ich Krach hatte mit den Kindern habe ich angefangen, mich zu entschuldigen bei meinen Kindern. Ich möchte, dass meine Kinder lernen, dass man Fehler macht, dass man aber auch dazu stehen kann und Entschuldigung sagen darf. Ich gehe auch zu Gott mit meinem eigenen Versagen. Heute war bei uns gerade so ein turbulenter Tag, das zerrt manchmal halt schon an den Nerven, aber doch muss ich nicht immer die spielen, die alles im Griff hat, sondern darf auch meinen Kindern gegenüber Fehler zugeben.

Nadine: Mir ist es wichtig, dass ich meinen Kindern immer wieder sage, dass ich sie liebe. Auch wenn ich schimpfen muss, ist es mir wichtig, zu betonen, dass ich zwar ihr Verhalten nicht toll finde, aber dass ich sie liebe und dass sie als Person super sind und so viele tolle Facetten haben. Manchmal fällt es mir in der Situation selber nicht ein, Gott um Hilfe zu bitten, erst im Nachhinein denke ich dann, dass es doch so naheliegend gewesen wäre…

Lilian: Was mir extrem hilft, ist, wenn ich es jemandem erzählen oder per WhatsApp schreiben kann, wenn ich merke, dass ich an meine Grenzen komme oder wenn ich falsch reagiert habe. Gerade kürzlich habe ich einer Freundin nur kurz erzählt, dass ich das Gefühl habe, es so schlecht zu machen als Mama. Sie hat mir versprochen, zu beten. Nur schon die Tatsache, dass ich es ans Licht gebracht habe und nicht mehr alleine bin mit meinen verurteilenden Gedanken verändert die ganze Stimmung und ich kann wieder besser die Wahrheit erkennen. Ich selber fokussiere mich auch mehr auf Gott, wenn ich weiss, dass ich nicht alleine bin und Freundinnen für mich beten.

 

Dankbarkeit: Wie lebt ihr das im Alltag als Mamis?

 

Karin: Abends bete ich mit meinen Jungs und wir versuchen herauszufinden, wofür wir dankbar sind. Es fällt ihnen immer etwas ein, wofür sie dankbar sind. Auch Dankbarkeit gegenüber anderen Menschen ist mir wichtig. Wenn meine Kinder ein Geschenk erhalten oder wenn ihnen jemand hilft lege ich Wert darauf, dass sie Danke sagen, das ehrt ihre Mitmenschen.

 

Ich bin wirklich sehr dankbar für unsere Kinder, wir haben es so gut zusammen. Diese Dankbarkeit führe ich mir immer wieder vor Augen.

Nadine

 

Nadine: Ich bin wirklich sehr dankbar für unsere Kinder, wir haben es im Allgemeinen so gut zusammen, diese Dankbarkeit führe ich mir immer wieder vor Augen. Auch bei meinen Kindern ist es mir wichtig, dass sie Danke sagen, das kann auch bei kleinen Dingen im Alltag sein, zum Beispiel am Mittagstisch.

Sabrina: Wir beten abends und zählen auf, wofür wir dankbar sind. Das machen wirklich alle Kinder, sogar unser Kleinster. Mich berührt es zu hören, wofür unsere Kinder danken. Ich beobachte immer auch, dass sie für so kleine Dinge Danke sagen, zum Beispiel fürs draussen Spielen bei Regen. Das ist etwas, was auch unserer Beziehung guttut, ich sehe die Freude und Dankbarkeit und ändere so meinen Fokus auch wieder. Ich selber starte schon am Morgen mit Danken. Ich stehe auf, bete zu Gott und danke ihm für Dinge, die ich habe, oder ich danke auch schon im Voraus für Dinge, die ich jetzt noch nicht habe, aber  von denen ich glaube, dass ich sie erhalten werde. Freundlichkeit und Dankbarkeit anderen gegenüber ist auch ein Wert, den wir weitergeben möchten.

Lilian: Ja, ich kann mich dem anschliessen. Ich bemühe mich auch, selber immer wieder Danke zu sagen. Manchmal gelingt es mir besser, manchmal weniger gut. Wenn ich den Kindern einen Auftrag gebe, sage ich Danke, wenn sie ihn gemacht haben, oder auch wenn ich Dinge sehe, die sie gut gemacht haben ohne Aufforderung, benenne ich das und sage Danke.

 

Positive Worte für euch und für eure Kinder – wie lebt ihr das im Alltag?

 

Nadine: Mir ist wichtig, dass ich über meinen Kindern positive Worte ausspreche. Als Beispiel: Wenn mein Sohn die jüngere Schwester schlägt, sage ich nicht „schlag deine Schwester nicht“, sondern „gehe behutsam mit deiner Schwester um“. Ich versuche auch immer wieder, das Positive hervorzuheben und meinen Kindern das zu sagen, was sie schon so gut machen. Bei mir selber merke ich, wie der Start in den Tag entscheidend ist. Wenn ich schon mit einer negativen Einstellung in den Tag starte, wird er wirklich nicht blendend, aber mit einer positiven Grundhaltung kann ein Tag trotz Regenwetter super sein.

Karin: Wenn mein Sohn beispielsweise das Gefühl hat, dass er Dinge noch gar nicht kann, zähle ich mit ihm alles auf, was er schon kann, danach traut er sich selber auch wieder mehr zu. Auch Humor hilft mir sehr, dass wir wieder auf das Positive schauen können. Manchmal muss man das Positive einfach hervorholen, es ist nämlich schon vorhanden, aber manchmal verborgen. Ich rühme meine Kinder auch oft und mache ihnen Komplimente, wenn sie was gut gemacht haben.

 

Ich bin überzeugt, dass positive Worte eine enorme Kraft haben für Veränderung.

Sabrina

 

Sabrina: Ich versuche auch, meine Worte bewusst zu wählen. Bevor wir Kinder hatten, habe ich meine Worte wahllos und oft ohne gross zu überlegen verteilt. Seit wir Kinder haben, hat dieses Bewusstsein für meine Worte schon bei der Namenssuche begonnen: Wir wollen wir unser Kind rufen, was hat das für eine Bedeutung? Ich bin überzeugt, dass positive Worte eine enorme Kraft haben für Veränderung. Wenn ein Kind etwas nicht gut kann und ich es ermutige, kann das viel bewegen und in Gang setzen. Das gilt übrigens auch für die Ehe und für alle weiteren Beziehungen. Mir ist es wichtig, dass wir in der Familie einander ermutigen, einander trösten, positive Worte aussprechen, dass wir auch in Herausforderungen oder kleinen Nöten wie einem kleinen Wehwehchen etwas Gutes sehen können. Kürzlich erzählte mir meine Tochter, wie sie im Kindergarten ein Mädchen trösten möchte und mir ihr spielen wolle, damit sie sich nicht ausgegrenzt fühlt. Da habe ich sie auch mit Worten ermutigt und ihr die positiven Eigenschaften dafür zugesprochen.

Lilian: Ich spreche oft während ich meinen Kindern die Zähne putze gute Worte über sie aus. Es ist ein Moment, den ich mir bewusst nehme und einfach ausspreche, was mir gerade in den Sinn kommt: „Du bist wunderbar gemacht, von innen und aussen, du bist begabt, kannst schnell rennen, bist ein guter Freund,…“. Wir haben für jedes Kind einen Segen aufgeschrieben, den wir nicht ganz jeden Abend, aber doch regelmässig abends beim Beten über ihnen aussprechen. Ich bin überzeugt, dass unsere Worte einen Unterschied machen im Leben unserer Kinder. Die positiven Worte und Gedanken auch über mich selber auszusprechen ist etwas, das mich zur Zeit wahrscheinlich am meisten herausfordert. Gott hat mir eigentlich so viel an Gaben und Potenzial anvertraut, und ich spiele mich dann selber an die Wand, indem ich schlecht von mir denke, mich anklage, vergleiche und dadurch nicht die beste Version von mir selber bin. Da trainiere ich mich einfach immer wieder, Gutes über mir auszusprechen oder zu denken, auch wenn es sich nicht so anfühlt. Die positiven „ich bin“-Aussagen haben mir in dieser Hinsicht enorm geholfen und mein Bewusstsein geschärft, meine Gedanken zu fokussieren.

 

Alles dient uns mit Gott zum Besten – wie erlebt ihr das?

 

Lilian: Ich bin manchmal im Alltag „ein Huhn“. Ich bin sinnbildlich an irgendeiner Kleinigkeit am Picken, die gerade herausfordernd ist in der Erziehung. Diese Gewissheit, dass mir alles zum Besten dient, hilft mir dann, eine Adlerperspektive einzunehmen und mir selbst zu sagen: „Ja, im Moment mag es herausfordernd sein, aber am Schluss wird es gut kommen, Gott hat alles im Griff.“ Ich rufe mir häufig den Bibelvers in Erinnerung: „Wer gepflanzt ist im Haus von Gott, wird aufblühen“ und spreche das über mir und meiner Familie aus.

Nadine: Wenn ich eine schwierige Situation erlebt habe, reflektiere ich mich selber und tausche mich mit anderen aus, lerne von anderen oder lese mal was nach. So dienen mir in dem Sinn auch schwierige Situationen zum Besten, weil ich mich dadurch einerseits weiterentwickle und sie mich auch in die Nähe zu Gott bringen. Ich bin mir seiner Hilfe und Gegenwart wieder viel mehr bewusst.

 

Wenn ich dran bleibe und mich halt manchmal auch erniedrige und bei Gott um Hilfe frage, kommt das Vertrauen und die Hoffnung, dass Gott da ist und dass er mir hilft.

Karin

 

Karin: Wenn ich diese Aussage höre, kommt mir wirklich Könu in den Sinn, wir hören das eigentlich jeden Sonntag von ihm und es ist so wahr. Wenn ich dran bleibe und mich halt manchmal auch erniedrige und bei Gott um Hilfe frage, kommt das Vertrauen und die Hoffnung, dass Gott da ist, dass er mir hilft und dass ich stärker aus dem Sturm herauskomme. Mit meinem Sohn habe ich ein eindrückliches Erlebnis gehabt. Ein Knabe im Kindergarten hat andere Kinder, auch meinen Sohn, geplagt. Mein Sohn ging nicht mehr gerne in den Kindergarten. Ich habe dann mit ihm gesprochen und wir haben zusammen herausgefunden, dass er doch weiterhin nett sein kann zu diesem Knaben und er ihn so behandeln soll, wie er selber auch gerne behandelt werden würde und dass er doch auch dafür beten kann und Gott um Hilfe bitten kann. Kürzlich habe ich bei meinem Sohn nachgefragt, und er meinte, dass er wirklich nicht mehr so gemein sei und viel freundlicher geworden sei. Das hat uns so gefreut. Wir dürfen wirklich Gott um Hilfe bitten und ihn in alles integrieren, es hat sichtbare Auswirkungen und hilft uns selber, nicht negativ zu werden.

Sabrina: Ich erinnere mich, wie Könu mal in einer Predigt gesagt hat: Herausforderungen sind Möglichkeiten, zu wachsen und stärker zu werden. Mir ist auch die Stelle in der Bibel wichtig, wo steht, dass wir gepflanzt sind in Gott und somit immer näher zum Licht wachsen. Wir werden jeden Tag stärker, grösser, verwurzelter und sind Gott immer näher, weil wir ihn brauchen.

 

Habt ihr eine Ermutigung an uns Mütter als Abschluss?

 

Sabrina: Ich möchte jedes Mami dazu ermutigen – auch wenn du das Gefühl hast, dass es nicht reicht, dass du es nicht gut machst, dass du zu viele oder zu wenige Kinder hast oder sonst alles ausser Rand und Band geraten ist: Ich habe es selber erlebt, wie Gott jedem so viel gibt, wie zu ihm passt und wie er uns zutraut. Es ist so eine schöne Zusage, Gott vertraut uns sein kostbarstes Gut, kleine Menschen, an, die nächste Generation. Gott traut es uns zu.

Nadine: Ich möchte den Mamis sagen: Wenn du mal einen Tag hast, an dem alles drunter und drüber geht und du am liebsten den Job Mami künden möchtest, dass du doch wissen darfst, dass Gott bei dir ist, dir hilft und dir alles gibt, was du für die Situation brauchst.

Karin: Wir Mütter kennen alle das Gefühl, dass wir es zu wenig gut machen und dass wir denken, dass es alle anderen besser machen. Ich möchte uns ermutigen, dass wir den Blick auf Gott richten und ihm vertrauen. Er kennt unsere Schwächen und trotzdem hat er die Menschen gesegnet, uns Mütter hat er mit Kindern gesegnet, er weiss, dass wir es können und dass wir das Beste geben für sie.

 

Wir sind immer wieder abhängig von Gottes Gnade.

Lilian

 

Lilian: Was mir das ganze Gespräch über aufgefallen ist, ist wie wir immer wieder abhängig von Gottes Gnade sind. Auch dann, wenn etwas nicht klappt, ist es keine Überraschung für Gott und kann er etwas Gutes daraus entstehen lassen. Kinder sind wohl eins der besten Trainings, als Mutter in der Abhängigkeit von Gott zu bleiben, weil sie halt Kinder sind, lebendig, eigenständig. In dem Sinn helfen uns Kinder, nah bei Gott zu bleiben und zu wissen, dass wir ihn brauchen. Das ist ein riesiges Privileg.