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Sabrina

Jetzt standen wir mit leeren Händen da. Der Job meines Mannes wurde ihm gekündigt. Ich hatte unseren Ruin bereits vor Augen. Alles schien hoffnungslos. Doch lasst mich euch unsere Geschichte von Anfang an erzählen:

Mein Mann Dominik arbeitete im Baugewerbe. Er hat zudem die Ausbildung zum Forstwart und Baumpfleger gemacht. Schon immer hatte er den Wunsch, sich einmal selbständig zu machen. 2019 wagten wir diesen Schritt. Wir gründeten eine Einzelfirma: „Strahm Logging“, in Anlehnung an das Wort „Logger“, in Englisch: „Holzfäller“. Wir druckten 5000 Flyer als Werbung. Auf diese Flyer meldeten sich zwei Personen. Wir erkannten, dass es anfangs schwer sein könnte, an Aufträge zu kommen. Dominik arbeitete dann weiterhin als Angestellter und die Aufträge für seine Firma erledigte er samstags oder an den Abenden. Später wechselte er in ein Forstunternehmen als Angestellter und arbeitete weiterhin samstags für unser Geschäft. Leider gab es dann im Forstunternehmen Differenzen und er erhielt im Oktober 2020 eine fristlose Kündigung.

Plötzlich standen wir mit leeren Händen da. Ich war zu diesem Zeitpunkt zu 40% im Verkauf tätig, doch dies und die Einnahmen der Firma würden bei weitem nicht reichen! Durch die Gründung der Firma und Anschaffungen, die wir dafür machen mussten, wie Maschinen und Werkzeuge, hatten wir Schulden. Dazu kam der laufende Unterhalt, Steuern, die hohen Mietkosten für das Haus und eine Familie die ernährt werden wollte. Mir machte dies alles Angst, ich sah die offenen Rechnungen und Schulden und wusste nicht, womit wir diese bezahlen sollten. Mein Mann hingegen war zu meinem Erstaunen außergewöhnlich ruhig und zuversichtlich und versuchte mir Mut zu machen. Er war fest davon überzeugt, dass diese Kündigung nicht einfach so geschah, er wusste, es hatte einen Grund. Bisher hatte er sich nämlich immer als den Versorger der Familie gesehen. Dies war eine grosse Last die er täglich mit sich trug.

Nun erkannte er: Nicht er ist der Versorger, sondern Gott. Er traf bewusst die Entscheidung, Gott zu vertrauen und dass er die Verantwortung des Versorgers ihm überlässt.

Dadurch fiel eine grosse Last von ihm ab, und er hatte die Zuversicht, dass alles gut kommt. Wir hatten uns schon früher dazu entschieden, grosszügig zu sein. Es war uns wichtig, Gott einen Teil unserer Finanzen „zurückzugeben“, an andere Menschen weiterzugeben oder zu spenden. Auch jetzt, wo wir nichts hatten, wollten wir daran festhalten. Wir haben weiterhin etwas von unserem Einkommen in Gottes Reich investiert, obwohl wir zu diesem Zeitpunkt keine Reserven hatten und menschlich gesehen alles gebraucht haben, um über die Runden zu kommen. In dieser schwierigen, finanziellen Lage begann sich unsere Ehe zu verbessern. Wir hatten nämlich einige herausfordernde Jahre hinter uns, doch jetzt erlebten wir in unserer Ehe eine positive Veränderung. Wir hatten viele gute Gespräche.

Zu unserem Erstaunen erhielten wir plötzlich vermehrt Aufträge für unsere Firma!

Mein Mann hielt seine laufenden Aufträge auf einem A4-Blatt fest und jedes Mal, wenn er den letzten Auftrag von diesem Blatt streichen konnte, kamen neue Aufträge rein.

Schon bald arbeitete er vier Tage in der Woche für unser Geschäft und ich jeweils 2 Tage im Verkauf. Nach seiner fristlosen Kündigung damals, entschieden wir uns umgehend für einen Termin beim Kalchofen Treuhand. Unser Berater Timon Friedli beschönigte nichts.

Sein Satz „2021 wird zu einem Überlebensjahr“ klang ganz schön hart.

Wir erhielten eine gute Beratung und Timon sagte uns, dass es in diesem Jahr darum geht, dass wir jede Rechnung zahlen können und einfach irgendwie „überleben“. Zudem richteten sie uns eine Webseite ein. Monat für Monat trafen wir uns mit Timon und schauten unsere Situation an. Schon im Februar 2021 konnte mein Mann sein Pensum auf fünf Tage erhöhen! Wir waren erstaunt und begeistert über das plötzliche Laufen unserer Firma.

Zu dieser Zeit las ich ein Buch übers Mami-Sein. Ich hatte das Gefühl, dass Gott durch dieses Buch zu mir sprach und hörte in meinem Herzen die Stimme: „Sabrina, hör auf zu arbeiten und bleibe bei den Kinder daheim.“ Zuerst war ich schockiert über diese Worte. Ich hatte mich nie als Mutter gesehen, die 24/7 um ihre Kinder ist. Doch Gott zeigte mir, dass er mir dies zutraut. Der Zeitpunkt schien mir völlig unpassend. Jetzt, wo alles so unsicher war wollte Gott dass ich auch noch die Sicherheit durch mein Einkommen aufgab? Trotz diesen Gedanken hatte ich das Gefühl, dass dies Gottes Reden war. Doch was würde mein Mann dazu sagen? Zu meinem Erstaunen hatte er grosse Freude an meinem Vorschlag und hatte sofort ein Ja dazu. Noch in derselben Woche gab ich meine Kündigung ab.

Danach sprengte Gott alle Grenzen. Wir erhielten Aufträge weit über unsere regionalen Grenzen hinaus. Schon im August konnten wir einen hohen Betrag der Schulden zurückzahlen. Auch unser Treuhänder konnte nur staunen. Er sagte:

„Wahnsinn! Andere Buden, die sagen, es laufe super, schreiben keine solchen Zahlen wie ihr!“

Mein Mann wurde von Aufträgen überrannt und schaffte es kaum mehr, mal Ferien zu machen.

Bisher hatte Dominik seine Beziehung zu Gott so gelebt, dass er Gott darum bat, ihn auf den Wegen die er ging zu begleiten und zu segnen. Jetzt lernte er immer mehr auf Gottes Stimme zu hören und Gott auf den Wegen, die er für ihn vorbereitet hat, zu folgen. So zeigte uns Gott erneut die Richtung. Er zeigte uns, dass es nebst unserem Kerngeschäft, also den Baumfällungen und Spezialholzereien, auch in Richtung Baugewerbe gehen soll, obwohl Dominik zuerst andere Pläne hatte. Seine Vorkenntnisse im Bau kamen ihm nun zugute. Wir erhielten eine Menge Aufträge in diesem Bereich, obwohl wir nie dafür Werbung machten oder jemandem davon erzählten!

Im November durften wir eine Einnahme verzeichnen, die in einem Monat so hoch war, wie das Jahreseinkommen eines durchschnittlichen Schweizers.

Unglaublich! Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus und priesen Gott aus tiefstem Herzen! Wir konnten die Steuern und den grössten Teil unserer Schulden zahlen, wir konnten einen schönen Betrag in die 3. Säule einzahlen und durften ebenfalls einen grosszügigen Beitrag in das Legacy Team der Kirche geben. Unser Treuhänder staunte und sagte immer wieder: „Wahnsinn, was ihr erlebt!“ Noch im „Überlebensjahr“ durften wir im November einen Mitarbeiter einstellen. Auch das Gründen einer GmbH wurde zu Beginn dieses Jahres möglich.

Wir können nur staunen, was Gott aus einem Jahr gemacht hat, das unter dem Motto „Überlebensjahr“ stand. Es war alles andere als das, und unsere Erwartungen wurden übertroffen.

In diesem Jahr durften wir ganz praktisch erleben, dass Gott wirklich unser Versorger ist. Auch mein Herz hat Gott verändert. Ich finde es schön, dass ich als Vollzeit-Mami zu Hause sein darf und möchte es nicht mehr missen. Gott zeigt mir, wie wertvoll dies in seinen Augen ist und dass mein Wert nicht aus der Arbeit kommt, sondern von ihm. Immer mehr lernen wir, Gott auf den Wegen zu folgen, die er für uns vorbereitet hat, anstatt ihn nur darum zu bitten, uns auf unseren Wegen zu segnen.

Redaktorin: Mirjam