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 Herr, ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig gemacht hast! Großartig ist alles, was du geschaffen hast – das erkenne ich! Schon als ich im Verborgenen Gestalt annahm, unsichtbar noch, kunstvoll gebildet im Leib meiner Mutter, da war ich dir dennoch nicht verborgen. Als ich gerade erst entstand, hast du mich schon gesehen. Alle Tage meines Lebens hast du in dein Buch geschrieben – noch bevor einer von ihnen begann! Wie überwältigend sind deine Gedanken für mich, o Gott, es sind so unfassbar viele!

Aus Psalm 139,1-18

Fordere deine Schönheit zurück – das war das Thema unseres Gesprächs. Vier Frauen haben über diesen Begriff gesprochen. Sie haben ausgetauscht, was sie im Bibelabschnitt aus Psalm 139,1-18 angesprochen hat und wie sie Dinge davon in ihrem Alltag leben. Daraus entstanden ist ein kostbarer Text aus dem Leben dieser wunderbaren Frauen.

Was ist dir bei der Bibelstelle aufgefallen, was hat dich angesprochen?

 

Sabine: Mich hat vor allem der Vers 5 angesprochen, dieses Geborgensein in Gottes Hand. Sein Schutz umgibt mich von allen Seiten.

Jil: Mich hat auch die schützende Hand Gottes aus Vers 5 angesprochen. Wir sind vor allen Dingen geschützt, auch vor negativen Kommentaren. Auch der Vers 14 hat mich angesprochen, dass wir alle einzigartig und wunderbar sind!

Alexandra: Mich hat die Stelle angesprochen, an der steht, dass Gott bereits weiss, was ich sagen will, bevor ich überhaupt zu sprechen beginne. Er weiss, was mir durch den Kopf geht und was mir fehlt.
Sogar wenn ich fliehen würde, Gott würde mich immer finden. Er ist wie ein Klett, den man nicht entfernen kann, er wird mich immer führen und leiten. Egal, ob ich mich für ihn interessiere oder nicht.

Er hat uns wunderbar geschaffen, er ist allgegenwärtig, egal, in welcher Position ich bin, ob ich liege oder laufe. Das gibt so ein gutes Gefühl.

Claudia

Claudia: Wie überwältigend, all diese Verse zu lesen. Man sieht einfach die Grösse Gottes. Gott kann man nicht in Worte fassen, er ist allwissend, er ist nicht zu erfassen. Er wusste schon vor meiner Geburt mehr über mich, als es mir je möglich wäre zu wissen. Er hat uns wunderbar geschaffen, er ist allgegenwärtig, egal, in welcher Position ich bin, ob ich liege oder laufe. Das gibt so ein gutes Gefühl. Wie ermutigend ist es, mit Gott unterwegs zu sein.

 

Wie passt der folgende Bibelvers zu dem Bild, das du selber von dir hast? Vers 14: „Ich danke dir dafür, dass du mich so wunderbar und einzigartig geschaffen hast.“

 

Sabine: In diesem Vers steht, dass ich wunderbar und einzigartig von Gott geschaffen wurde. Ich bin sehr dankbar, dass ich daran glauben darf! Es ist einfach genial zu wissen, dass ich kein Zufallsprodukt, sondern ein perfektes Meisterwerk von Gott bin. Gott hat ein JA über mir. Wenn ich dies so glauben und annehmen kann, hilft mir dies, mit mir selbst zufrieden zu sein und einen gesunden Selbstwert zu haben.

Alexandra: Ich finde es manchmal schwer, dies so zu sehen, zu denken, dass ich perfekt geschaffen bin. Aber Gott macht keine Fehler! Und wenn er sagt, dass ich wunderbar geschaffen bin, würde ich ihn anklagen, wenn ich etwas anderes sage.

Wir sind alle absichtlich verschieden. Es wäre ja langweilig, wenn wir alle gleich wären. Deshalb muss ich mich auch nicht vergleichen.

Jil

Jil: Ich bin auch dieser Meinung. Wir sind alle absichtlich verschieden. Es wäre ja langweilig, wenn wir alle gleich wären. Deshalb muss man sich nicht vergleichen, jeder hat andere Talente, und das ist gut so.

Claudia: Wenn wir uns annehmen können und erkennen, wer wir sind, auch mit unseren Besonderheiten und Schwächen, können wir Freude an uns haben. Ich kann dies auch an mein Umfeld so weitergeben, dass nicht nur ich besonders bin, sondern alle Menschen, denen ich begegne. Ich arbeite mit körperbeeinträchtigten Kindern und Jugendlichen und finde es wichtig, dass sie erleben, wie wertvoll sie sind und dass sie viele Stärken haben. Ich denke, wenn wir die Wahrheiten aus der Bibel lesen und Gott besser kennenlernen, hilft dies uns, uns selber besser kennenzulernen.

 

Was hilft dir dabei, dich nicht zu vergleichen?

 

Jil: Ich vergleiche mich oft im Alltag. Ich muss mir dann jeweils wieder bewusst machen, dass ich mich nicht vergleichen muss. Wenn eine Person etwas gut kann, muss ich dies nicht genau gleich können. Gott sorgt schon dafür, dass alles gut kommt. Es ist nicht unser Job, uns zu vergleichen.

Alexandra: Ich muss bewusst mit meinen Gedanken dagegen ankämpfen, das läuft bei mir nicht von alleine.

Claudia: Ich denke, der Schlüssel, sich nicht zu vergleichen, ist Dankbarkeit. Ich bin dankbar für das, was ich habe und kann. Und das, was mich an mir selber nervt, kläre ich mit Gott. Ich sage ihm, was ich für Herausforderungen mit mir selber habe.

Je älter ich werde, desto mehr fällt mir auf, dass es die innere Schönheit ist, welche für mich Schönheit bei einer Person ausmacht. Schönheit hat für mich mit Zufriedenheit und Selbstannahme zu tun.

Sabine

Was bedeutet Schönheit für dich? / Wann fühlst du dich schön?

 

Sabine: Je älter ich werde, desto mehr fällt mir auf, dass es die innere Schönheit ist, welche für mich Schönheit bei einer Person ausmacht. Schönheit hat für mich mit Zufriedenheit und Selbstannahme zu tun. Wenn ich mit mir selbst zufrieden bin, strahle ich dies auch aus – was ganz bestimmt ansprechender wirkt, als wenn ich mit mir selbst hadere.

Alexandra: Das ist vielleicht auch ein Reifeprozess. Leute, die auf die innere Schönheit achten, sind automatisch schön.

Jil: Das denke ich auch. Meine Kollegin ist immer gut drauf und sie strahlt schon nur durch das Positive eine Schönheit aus, eine Schönheit von innen. Es kommt nicht nur aufs Äussere an, sondern auch, ob ein Mensch Zufriedenheit und Selbstbewusstsein ausstrahlt.

Claudia: Bei Schönheit denke ich vor allem auch an Berge, bunte Herbstwälder, einen schönen Sonnenuntergang… So viel Schönheit steckt in der Natur. Und wir Menschen sind die Krönung der Schöpfung, wir sind das Schönste an allem. Schönheit ist individuell, jedem gefällt etwas anderes. Ich finde es schön, wenn eine Person ihren eigenen Stil findet und den Mut hat, diesen auszuleben. Es ist gut, sind nicht alle gleich, das macht das Leben spannend und vielseitig.

Alexandra: Einmal habe ich einen Spruch gelesen, der mich berührt hat: «Wenn du wissen willst, was Schönheit ist, frage das Froschmännchen, was es über das Froschweibchen denkt.» Wir Menschen würden nicht gerade sagen, dass ein Frosch schön ist. Aber das Froschmännchen findet das Froschweibchen wunderschön. Ich persönlich finde mich schön, wenn ich lachen kann.

Sabine: Wie bereits vorher erwähnt, fühle ich mich vor allem dann schön, wenn ich mit mir selbst zufrieden bin. Wenn ich positive Gedanken über mich habe, bin ich überzeugt, dass diese innere Schönheit nach aussen strahlt.

Jil: Wenn ich einen guten Tag hatte, wenn es mir gut geht und ich lachen kann, finde ich mich schön. Auch wenn ich mich für eine Person nicht verändern muss, sondern ich mich selber sein kann.

 

Wie kannst du dich immer wieder an den Wert erinnern, den Gott dir gegeben hat?

 

Jil: Wenn ich am Morgen mein Gesicht wasche, schaue ich in den Spiegel und spreche gute Sachen über mich aus. Es hilft, sich im Alltag daran zu erinnern, wenn man es über sich ausspricht.

Claudia: Mir hilft es, nahe an Gott sein, zu beten und in der Bibel Gottes Wahrheit über mich zu lesen. Ich habe ein Morgenritual, bei welchem ich Gott immer frage, was er mir sagen will. Die Gedanken und Eindrücke, die ich habe, sind ermutigend und stärkend.

Sabine: Es gibt Tage da fällt es mir schwer, mich als wertvoll zu betrachten. Aber dennoch weiss ich auch da ganz tief in mir, dass Gott mich liebt. Irgendwie ist dieser Wert einfach verwurzelt in mir – es ist meine Identität. Oftmals wenn ich mich wertlos fühle, merkt man mir dies ja auch an (bin dann nicht allzu gut gelaunt) und mein Mann hilft mir dann dabei, wieder positive Gedanken über mich zu finden.

Ich gehe zu Gott und sage ihm, wie ich mich gerade sehe und bitte ihn, mir zu sagen, was seine Wahrheiten über mich sind. Dann versuche ich, die Lügen zum Schweigen zu bringen und Gottes Wahrheiten auszusprechen.

Alexandra

Alexandra: Ich gehe zu Gott und sage ihm, wie ich mich gerade sehe und bitte ihn, mir zu sagen, was seine Wahrheiten über mich sind. Dann versuche ich, die Lügen zum Schweigen zu bringen und Gottes Wahrheiten auszusprechen.

 

Du bist wunderbar und einzigartig gemacht: Was hast du der Welt zu bieten, das nur du geben kannst?

 

Alexandra: «Das ist wieder eine superschwierige Frage…» (lacht)

Sabine: Das ist nun wirklich eine schwierige Frage! Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich gleich der ganzen Welt etwas zu bieten hätte, dass nur ich geben könnte. Gerne möchte ich aber meinem Mann, meinen drei Kindern, meinen Freundinnen sowie den Personen in meinem Umfeld Zeit und ein offenes Ohr bieten.

Jil: Ich kann versuchen, das Positive zu sehen. Dann geht es mir besser und ich kann meine Kolleginnen dazu ermutigen, nicht nur die negativen Sachen zu fokussieren, sondern auch das Schöne zu sehen.

Claudia: Es ist eine Stärke von mir, Leute zu ermutigen. Wenn jemand eine schwere Geschichte oder eine Herausforderung hat, höre ich gerne zu und bin für diese Person da.

Alexandra: Ich denke, jeder hinterlässt Spuren durch sein Leben. Ich hinterlasse mein persönliches Gesamtpaket an Spuren auf dieser Erde. Niemand sonst hinterlässt dasselbe Paket wie ich. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich eine Gabe oder ein Talent habe, welches sonst niemand hat. Aber schlussendlich kann ich mit meinem Leben mein Umfeld beeinflussen, wie es ausser mir niemand kann.

Claudia: Dazu möchte ich ergänzen: Wenn ich bei Alexandra an Schönheit denke, denke ich an Ästhetik. Alexandra hat eine besondere Gabe fürs Dekorieren und etwas schön aussehen zu lassen.

Diese Frauen waren am Gespräch dabei

Claudia: 37-jährig / Beruf: Schulische Heilpädagogin / Hobbys: «käfele», wandern, biken, lesen

Jil: 17-jährig / Beruf: Pharma Assistentin i.A / Hobbys: Unihockey und  Skifahren

Sabine: 40-jährig / verheiratet / Mutter von drei Kindern / Beruf: Hausfrau und Notariatsangestellte / Hobbys: «käfele und gsprächle», spazieren, lesen

Alexandra: 34-jährig / Beruf: Treuhänderin mit eidg. Fachausweis / Hobbys: Sport, Menschen, Fotografie

 

Redaktion: Leonie