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People – Menschen sind unser Herz. Wir sind überzeugt, dass Gott für jeden ein grosses JA hat. Wir unterstützen Menschen, dieses zu entdecken und in ihrem Leben freizusetzen.

So lautet einer der sechs Werte der HOPE & LIFE CHURCH. Wie setzen Mütter diesen Wert in ihren Familien um? Hier kommen Mütter zu Wort, die sich darüber ausgetauscht haben. Passend zu diesem Talk findest du auch einen Beitrag mit einem Input zum Thema.

Wie unterstützt ihr eure Kinder, dieses JA in ihrem Leben zu entdecken und freizusetzen?

 

Regine: Meine Kinder sind extrem unterschiedlich, da besteht die Gefahr, dass sie sich untereinander vergleichen. Manchmal macht dies auch mir selbst Mühe, weil nicht alle meine Kinder gleich einfach sind. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden, sie untereinander oder auch mit anderen Kindern zu vergleichen. Ich versuche, ihre Einzigartigkeit hervorzuheben und ihnen zu sagen, was sie besonders macht und was sie besonders gut können und dass sie genau in dieser Unterschiedlichkeit richtig sind. Dies fordert mich aber manchmal heraus, denn gerade mit einem meiner Kinder ist der Weg nicht so einfach. Es macht mich aber irgendwie frei, zu wissen und dem Kind auch sagen zu können, dass es von Gott genau auf seine Art gemacht ist und dass Gott mit ihm genau diesen Weg so geht.

 

Tabea: Wir sagen unseren Mädchen sehr oft, dass wir sie cool finden, so wie sie sind, und dass wir sie genau so gerne haben. Beim gemeinsamen Beten mit ihnen danken wir Gott immer wieder, dass er sie so wunderbar und einzigartig gemacht hat sowohl bezüglich Charakter und Talenten wie auch auch bezüglich ihrem Äusseren. Eines unserer Mädchen fand eine Zeit lang plötzlich ihre Haare nicht mehr schön. Da versuchten wir sie zu ermutigen, dass Gott ihr genau diese Haare geben wollte, weil er sie schön und passend zu ihr fand. Über ihren Betten haben wir auf ein Stück Tafelfolie etwas Positives aufgeschrieben zu einem Thema, welches ihnen gerade Mühe macht. Damit möchten wir über ihnen und mit ihnen das Positive in diesem Bereich aussprechen und glauben.

 

Damaris: Ich finde es manchmal noch schwierig mit den kleinen Kindern, wo Verständnis und Kommunikation ja noch nicht so im Vordergrund stehen. Und doch verstehen sie mehr als man denkt. Ich schenkte meinem Mann zum Geburtstag eine Box mit Kärtchen, auf welchen ich aufschrieb, was ich alles toll an ihm finde. Meine ältere Tochter schaute sich diese Box immer wieder an, was mich auf die Idee brachte, auch für sie eine Box mit Kärtchen zu ihren Eigenschaften und auch mit Dingen, welche ich über ihr aussprechen möchte, zu gestalten. Wir nehmen jetzt jeden Morgen zusammen so ein Kärtchen aus der Box und ich lese es ihr vor oder spreche es über ihr aus. Auch über der jüngeren Tochter sprechen wir das Positive jeweils aus.

 

Tina: Unsere kleinen Jungs vergleichen sich noch nicht so stark. Ich merke, dass momentan eher ich dabei gefordert bin, nicht ins Vergleichen meiner Jungs mit anderen Kindern reinzurutschen. Mir hilft es, zu glauben, dass jeder seinen Weg hat und auch immer wieder Positives über meinen Jungs auszusprechen. Dort ist mir mein Mann ein grosses Vorbild, er macht das seit Jahren über mir und nun auch täglich über unseren Jungs. Wenn unsere Jungs etwas machen, was nicht gut ist, sagen wir ihnen, dass wir das, was sie machen, nicht gut finden, erklären ihnen dann aber auch immer wieder, dass wir sie trotzdem gerne haben und dass sie richtig sind, so wie sie sind. Dies ist es ja auch, was Gott zu uns sagt. Unser Älterer testet neuerdings die Grenzen und sucht dann aber auch immer wieder genau diese Bestätigung.

Ich denke, die Kinder nehmen sich uns zum Vorbild und es ist wichtig, dass wir dieses JA, welches Gott auch für uns und unser eigenes Leben hat, selber immer wieder finden.

Tabea

Tabea: Ich denke, die Kinder nehmen sich uns zum Vorbild und es ist wichtig, dass wir dieses JA, welches Gott auch für uns und unser eigenes Leben hat, selber immer wieder finden. Dies versuche ich mir zwischendurch wieder bewusst zu machen. Wir können den Kindern nichts vormachen.

 

Regine: Mir ist es auch immer wieder wichtig, mich bei meinen Kindern zu entschuldigen, wenn ich Fehler gemacht habe und ihnen vorzuleben, dass auch ich Vergebung brauche. Dass wir dies alle brauchen und niemand perfekt ist. Ich habe immer wieder hohe Ansprüche an mich als Mutter und es gibt Tage, an denen ich denke: «Hilfe was bin ich für eine Mutter». Ihnen mitzugeben, dass man nicht perfekt sein muss, um gut zu sein, ist mir wichtig. Und es ist auch zentral für unser Zusammenleben.

 

„Gott ist jetzt am Werk in jedem Leben, auch wenn es noch nicht sichtbar ist.“ Wie seht ihr, dass Gott am Werk ist bei euch und bei euren Kindern? Wie haltet ihr gerade auch in Situationen, in denen nichts Gutes mehr sichtbar ist, an dieser Wahrheit fest?

 

Tabea: Wenn in einer Situation nichts Gutes mehr sichtbar ist, muss ich mich sehr fest dazu entscheiden, zu glauben, dass Gott alles im Griff hat, das letzte Wort in Situationen sprechen wird und nicht alle Gebete untergegangen sind. Dieser Schritt fällt mir manchmal wirklich schwer. Genau das macht es dann jeweils aber aus, dass es mir besser geht und ich wieder zuversichtlicher werde. Im Zusammenhang mit meinen Kindern ist für mich aber meistens nicht gar nichts Gutes mehr sichtbar. Da hilft es mir, wenn ich mich auf das Positive, und auf das, was gut läuft fokussiere und Gott dafür danke. Er schenkt mir dann jeweils Ruhe und Zuversicht, dass er mein Kind genau so machen wollte, dass er es so, wie es ist perfekt findet, gerade diese Art brauchen will und einen guten Plan mit ihm hat.

 

Regine: Mein Mann und ich liessen vom Gebetsteam der HOPE & LIFE CHURCH vor ein paar Jahren für all unsere Kinder um Eindrücke beten und dabei auf Gott hören. Die Leute, die dies taten, wussten nicht, welche Themen uns beschäftigten. Was dabei für geniale Eindrücke zusammenkamen und wie diese perfekt zu jedem Kind passten war so unglaublich. Seither tragen mich diese Eindrücke so enorm durch. Immer wieder, wenn ich verzweifelt bin und Angst habe, dass etwas gar nicht mehr gut kommt, führe ich sie mir vor Augen. Dabei wird mir dann wieder bewusst, dass Gott so ein riesiges JA für meine Kinder hat, und dass diese Zusagen die Wahrheit sind, nicht das, was ich jetzt sehe. Allgemein hilft mir die Bibel mit ihren Zusagen von Gott. Aber danach folgt schon auch noch die Entscheidung, mich darauf zu fokussieren und zu glauben, dass Gottes Wort das ist, was gilt. Zudem beginnt bei mir vieles in den Gedanken. Wenn ich diese nicht mehr im Griff habe, kommt es meistens nicht gut heraus.

Dieses selbstverständliche und volle Vertrauen spricht jeweils zu mir und ich merke, wie Gott durch meinen Sohn auch an mir arbeitet.

Tina

Tina: Für mich ist auch die Entscheidung, dies zu glauben, ein wichtiger Punkt. Dann folgt aber auch Dankbarkeit für all die Situationen, in denen Gott schon geholfen hat. Ich versuche, mir vor Augen zu halten, dass Gott noch immer eine Lösung bereit hatte und nie zu spät kam. Wie Gott in unseren Kindern und auch in mir am Werk ist, zeigt mir im Moment mein älterer Sohn. Für ihn ist die Tatsache, dass Jesus heilen kann, ein grosses Thema geworden. Wenn sein Bruder oder er ein Leiden haben, ist für ihn klar, dass er dafür beten will. Dieses selbstverständliche und volle Vertrauen spricht jeweils zu mir und ich merke, wie Gott durch meinen Sohn auch an mir arbeitet. Ich wünsche mir dasselbe Vertrauen und möchte Gott als meine erste Anlaufstelle haben. Als Beispiel verletzte sich unser Sohn vor kurzem am Daumen. Er weinte fürchterlich und der Daumen sah eindeutig nicht mehr so aus, wie er sollte. Ich dachte, dass wir nun wahrscheinlich den Notfallarzt aufsuchen müssten. Mein Sohn wollte dann beten, mein Mann tat es und genau nach dem Beenden dieses Gebets erklärte uns unser Sohn, es sei alles wieder gut und der Daumen sei geflickt. Tatsächlich sah der Daumen auch wieder normal aus und unser Sohn hatte überhaupt keine Schmerzen mehr. Wir konnten es kaum glauben.

 

Damaris: Bei meinen noch sehr kleinen Kindern ist es manchmal schwierig schon etwas zu sehen, aber ich glaube, dass Gott auch bei ihnen am Werk ist. Das spüre ich z.B., wenn die ältere meiner Mädchen der Kleineren bewusst ein Kärtchen mit den positiven Aussprüchen auf den Bauch legt. Ich merke, dass Gott seit ich Kinder habe bei mir in dem Sinne am Werk ist, dass ich mich viel mehr frage, was ich für ein Mensch oder für eine Mami sein will. Ich bin seither einiges angegangen, was ich an meinem Verhalten nicht so toll fand und arbeite nach wie vor vermehrt an mir seither.

 

Regine: Was mir auch hilft, wenn ich gar nicht mehr durchblicke, ist, daran zu denken, dass Gott mir meine Kinder nicht zumutet, sondern zutraut. Dies gibt mir jeweils wieder einen neuen Fokus und ich werde dankbar und merke, dass Gott auch an mir arbeitet und auch mich verändert durch schwierige Situationen.

 

„Gott kann jede Geschichte neu schreiben.“ Wann habt ihr praktisch von dieser Wahrheit profitiert? Wie habt ihr das bereits erlebt? Wie gebt ihr das euren Kindern weiter?

 

Regine: Ich erlebte dies am krassesten nach dem Zerbruch meiner ersten Ehe. Ich war danach ca. 3 ½ Jahre alleinerziehend, völlig perspektivenlos und hoffnungslos. Was Gott daraus hat entstehen lassen hätte ich nie für möglich gehalten. Nämlich, dass ich nochmals eine Familie, sogar noch mehr Kinder und wieder eine schöne, funktionierende Ehe haben darf. Ich spreche mit den beiden Jungs aus meiner ersten Ehe manchmal über diese Gefühle, die ich damals hatte und erzähle ihnen, dass für Gott nichts unmöglich ist, und er von null auf hundert alles ändern kann. Dies beeindruckt sie dann jeweils auch. Der Weg für sie/mit ihnen war nicht immer einfach, beide haben ein Asperger-Syndrom, aber auch mit ihnen erlebten wir immer wieder Wunder, in denen Gott ausweglos scheinende Situationen so krass zum Guten wendete, aus Schwierigkeiten immer wieder etwas Gutes hervorbrachte und Türen, welche klar geschlossen waren für uns öffnete. Auf diese Wunder zurückzublicken hilft auch meinen Jungs, wenn sie in einer Krise stecken. Ich denke, wir dürfen wirklich alles von Gott erwarten, nichts ist unmöglich oder zu gross für ihn.

 

Tabea: Es gab Momente, in denen ich verzweifelt war und im Internet recherchierte, was mit meinem Kind los sein könnte. Dabei stiess ich aber nicht nur auf hilfreiche, sondern auch auf negative Dinge, welche mir Angst machten. Manchmal kann das Gelesene sicher hilfreich sein, um etwas einzuordnen. Ich merkte aber, dass ich mich danach immer wieder ganz bewusst entscheiden musste, Gott zu vertrauen und zu glauben, dass es einen Unterschied macht, ihn an unserer Seite zu haben, dass er das letzte Wort hat über dem Leben meines Kindes, dass er über meinem Kind wacht, einen guten Weg mit ihm gehen wird und gute Pläne für sein Leben bereithält.

Schon wir Eltern wollen das Beste für unsere Kinder, wie viel mehr muss da Gott einfach die besten Pläne für sie haben.

Regine

Regine: Mir kommt dazu in den Sinn, dass Gott unsere Kinder noch viel mehr liebt, als wir es jemals können. Und schon wir wollen das Beste für unsere Kinder, wie viel mehr muss da Gott einfach die besten Pläne für sie haben. Ausserdem glaube ich, dass Worte einfach Macht haben und es so wichtig ist und einen Unterschied machen kann, was wir über unseren Kindern aussprechen.

 

Tina: Wir sagen unseren Jungs am Abend beim zu Bett gehen immer, dass wir sie über alles lieben, und dass Jesus sie noch mehr liebt. Ich denke, dass diese Gewissheit für sie wichtig ist in ihrem Leben. Dass sie wissen, auch wenn alles drunter und drüber geht und nicht gut läuft, dass Jesus sie immer unverändert liebt. Bezüglich Geschichte neu schreiben ist es so, dass sich durch meine Schulzeit irgendwie durchzog, dass ich nie wirklich Freunde hatte. Ich war viel alleine und fühlte mich einsam. Später hielt ich mich eher zurück beim Eingehen von Freundschaften, weil ich es nicht anders gewohnt war und Angst hatte, dass es sowieso nicht funktionieren würde. Manchmal ertappe ich mich mit der Angst, dass sich dies für meinen älteren Sohn, der mir sehr ähnlich ist, wiederholen könnte. Dort merke ich, dass ich mich in einem Prozess befinde, in welchem ich vertrauen lernen will, dass Gott die Geschichte meines Sohnes neu schreiben kann und er dies anders erleben darf. Dafür bete ich.

 

Damaris: Ich denke, dass ich mein Leben mit Gott an meiner Seite jeden Tag neu schreiben darf. Meine ältere Tochter will sich im Moment wenn wir nach draussen gehen wollen überhaupt nicht gerne anziehen. Dies regt mich manchmal recht auf und ich verhalte mich dann nicht immer so, wie ich es möchte. Dort bin ich froh, zu wissen, dass Gott mir hilft, immer wieder neu zu starten und mir immer wieder vergibt und ich mir auch selber vergeben darf. Ich versuche, mich bei meiner Tochter zu entschuldigen, wenn ich mich nicht gut verhalten habe ihr gegenüber. Es ist mir wichtig, dass sie lernt, dass man Fehler machen darf, sich aber dann auch entschuldigen und wieder neu starten kann.

 

Regine: Ich glaube, ohne diese Gewissheit, die du, Damaris jetzt gerade angesprochen hast, hätte ich schon lange aufgegeben. Es tut so gut und ist so beruhigend zu wissen, dass es ist nie zu spät, etwas zu ändern, etwas neu anzufangen, etwas besser zu machen. Mir tut die Gewissheit, dass Gott immer da ist und mit uns geht, uns hilft und an uns arbeitet enorm gut.

 

Tabea: Ich merke, dass meine Kinder froh sind, wenn ich es schaffe, unmittelbar nach einem Konflikt wieder von vorne anzufangen mit ihnen, dass wirklich wieder alles gut ist und nichts mehr zwischen uns steht. Dies ist mir wichtig, weil ich selber auch sehr froh bin, wenn andere Menschen dies so mit mir handhaben und weil ich weiss, dass Gott mir auch immer wieder so begegnet.

 

„Gott hat ein JA zu allen Menschen.“ Wie lebt ihr das in eurer Rolle als Mama?

 

Tina: Als ich vor einiger Zeit mit meinen Kindern einkaufen ging, trafen wir vor dem Geschäft auf einen Mann, welcher schrullig seine Geige spielte und ein Kässeli neben sich stehen hatte. Mein älterer Sohn blieb stehen, hörte ihm zu und durfte ihm dann auch etwas Geld ins Kässeli legen. Ich wäre wahrscheinlich nicht stehen geblieben und hätte diesem Mann zugehört. Ich gehe so häufig an Menschen vorbei, mit denen ich in diesem Moment gerade keinen Kontakt haben mag. Kinder machen aber keine Unterschiede, sie würden sich mit jedem Menschen abgeben. Sie haben keine Berührungsängste und nehmen Kontakt auf mit irgendwelchen Menschen. Wenn ich also einkaufen gehe, «darf» ich mich, dank meiner Kinder, mit verschiedensten Menschen unterhalten und merke, dass sich dabei immer wieder so wertvolle Kontakte und Gespräche ergeben. Auch hatte ich einmal Mühe mit einer Person und hörte dieser überhaupt nicht gerne zu. Jemand machte mich darauf aufmerksam und fragte mich, was denn wäre, wenn Gott jetzt genau durch diese Person etwas zu mir sagen möchte und ich diesem Menschen nicht zuhöre, nur weil ich ihn komisch finde. Dies ist mir sehr eingefahren. Gott kann uns durch jede Person etwas sagen und ich möchte dieser Einstellung Raum geben. Ich denke, es spielt eine Rolle, was wir unseren Kindern vorleben, wie wir mit anderen Menschen umgehen. Und ich merke, dass wir immer wieder von ihnen lernen können. Es ist mir auch ein Anliegen, ihnen mitzugeben, dass wir in einer schwierigen Situation, in welcher wir jemanden nicht ändern können, überlegen, was wir bei uns ändern können, damit die Situation besser wird. Es ist nämlich schwierig, andere Menschen zu verändern. Bei sich selber kann man aber immer etwas ändern und Gott kann Menschen und Situationen brauchen, um an uns zu arbeiten.

 

Regine: Mir ist es extrem wichtig, meinen Kindern mitzugeben, dass Gott uns trotz allen Fehlern und Schwächen liebt und nicht fallen lässt, dass es aber auch unsere Aufgabe ist, über Fehler und Schwächen von anderen Menschen hinwegzusehen. Ich möchte ihnen mitgeben, dass andere Menschen, egal, was sie machen oder gemacht haben, egal, welchen Beruf oder Status sie haben und egal, was sie leisten wertvoll sind in Gottes Augen und dass er auch die verschiedenen Sünden nicht wertet. Die jugendlichen Kinder kategorisieren ihre Mitmenschen nun bereits mehr als die kleinen dies tun, was herausfordernder ist. Sie verstehen aber auch immer mehr. Wenn ich durch meine Kinder mit solchen Themen konfrontiert werde, lerne ich dabei selber auch immer wieder viel. Ich überlege dann, wie ich dazu stehen will und welche Haltung ich meinen Kindern weitergeben möchte.

Wenn ich ein JA zu mir habe und meine Tochter dies sieht, wird es ihr auch einfacher fallen, ein JA zu anderen Menschen oder zu sich selber zu haben.

Damaris

Damaris: Es fällt mir einfacher, an dieses JA, welches Gott für uns hat, für meine Kinder oder andere Menschen zu glauben, als für mich selbst. Ich habe begonnen, das Positive, das auf den Kärtchen in der Box meiner älteren Tochter steht, auch über mir auszusprechen. Oder wenn ich mich schminke und meine Tochter mir zuschaut oder mitmachen will, erkläre ich ihr, dass ich oder wir beide gut so sind wie wir sind. Ich denke, wenn ich ein JA zu mir habe und sie dies sieht, wird es ihr auch einfacher fallen ein JA zu anderen Menschen oder zu sich selber zu haben.

 

Tabea: Ich versuche sehr, vor meinen Kindern respektvoll über andere Menschen zu reden und ihnen zu erklären, dass Menschen, egal, wie sie sind und egal, wie sie aussehen, wertvoll sind und von Gott gemacht und geliebt sind wie wir auch. Ich möchte ihnen mitgeben, dass Gott keine Unterschiede macht und wir es auch nicht tun sollten. Ich möchte dabei aber echt sein und ihnen nicht etwas erzählen, was ich nicht auch lebe. Da bin ich zwischendurch herausgefordert, auch Menschen gegenüber, bei denen es mir nicht so einfach fällt, eine Grundhaltung zu pflegen, welche geprägt ist von Liebe, Barmherzigkeit und Gnade. Wenn unsere Kinder sich über das Verhalten eines anderen Kindes zu Recht beklagen, erkläre ich ihnen, dass ich das Verhalten des anderen Kindes zwar nicht gut fand, dass wir ja aber auch nicht alles gut machen und auch unsere schlechten Tage oder Momente haben, dass dieses Kind trotzdem ein gutes Kind ist und ich es gerne habe.

Diese Frauen waren am Gespräch dabei

Tabea: Mutter von zwei Kindern (Anjuli, 6jährig, Delaja, 3jährig)

Tina: Mutter von zwei Kindern (Noah, 2.5jährig, Gabriel, 1 Jahr alt)

Regine: Mutter von fünf Kindern (Micha, 18jährig, Leon, 14jährig,  Nino, 12jährig, Manjana, 6jährig, Layenna, 3jährig)

Damaris: Mutter von zwei Kindern (Nyah, 1.5jährig, Ellie, 4 Monate)