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Generosity – Grosszügigkeit ist unser Lebensstil. Unser Lebensstil zeichnet sich aus durch Grosszügigkeit. Wir wollen den Menschen mit unseren Ressourcen dienen und dankbar von dem weitergeben, was wir haben.

So lautet einer der sechs Werte der HOPE & LIFE CHURCH. Wie setzen Mütter diesen Wert in ihren Familien um? Hier kommen Mütter zu Wort, die sich darüber ausgetauscht haben. Passend zu diesem Talk findest du auch einen Beitrag mit einem Input zum Thema.

Wir dürfen gross denken und daran glauben, dass unsere Familien unter Gottes gewaltigem Segen stehen. Wie setzt ihr diesen Glauben ganz praktisch in eurem Alltag um?

Andrea: Ich lese beim Morgenessen den Tagesvers aus der Losung zusammen mit den Kindern, die am Tisch sind. Dann tauschen wir kurz darüber aus. Anschliessend beten wir gemeinsam über diesem Vers, aber auch für uns als Familie. In der Garderobe bete ich nochmals um die Bewahrung und den Segen von Gott für jedes Kind, bevor es das Haus verlässt. Im Alltag bete ich sehr oft einfach ganz kurz. Lange Gebete liegen uns als Familie nicht so. Ich bete beispielsweise wenn wir ins Auto steigen um Gottes Schutz und Bewahrung. Oder ich bete mitten im Alltag für jemanden, der mir in den Sinn kommt.

Tanja: Ich bete jeden Abend einzeln mit jedem Kind. Das ist ein sehr schönes Ritual geworden, das ihnen guttut. Jedes kann nochmals in aller Ruhe erzählen, was schön war und was vielleicht auch schwierig war. Wir beten dann für konkrete Situationen, die sie beschäftigen und danken Gott auch. Ich bete um Bewahrung und Schutz für unsere Kinder. Ein Gebet, welches ich oft für mich bete ist: „Bitte habe du Augen, wo ich keine Augen habe“. Ich kann nicht überall sein und ich sehe auch nicht alles. Da brauche ich einfach die Unterstützung vom Himmel.

Manchmal vergesse ich zu beten an einem Tag und weiss dann trotzdem, dass er mich hört und sieht. Er zeigt nicht mit dem Finger auf mich, wenn ich vergesse, ihn um Hilfe zu bitten. Er hilft mir immer und ist für mich da.

Ramona

Ramona: Mit unseren kleinen Kindern ist unser Alltag turbulent. Morgens höre ich meistens gemeinsam mit ihnen den Song „Blessing“. Dieser Song ist ein Segensgebet und ich nehme diesen Segen ganz bewusst für unseren Tag. Ich habe in meinem Alltag oft das Gefühl, zu wenig Hände zu haben, da ich überall gleichzeitig gebraucht werde. Da vertraue ich einfach darauf, dass Gott in diese Lücke steht. Ich bitte ihn konkret um Hilfe wenn ich merke, ich kann mich nicht aufteilen, aber eigentlich bräuchten mich jetzt gerade beide Kinder. Abends nehme auch ich mir für jedes Kind einzeln Zeit. Ich segne meine Kinder und spreche Gottes Schutz über ihnen aus. Ich will mir aber auch keinen Druck machen in der Beziehung zu Gott. Manchmal vergesse ich zu beten an einem Tag und weiss dann trotzdem, dass er mich hört und sieht. Er zeigt nicht mit dem Finger auf mich, wenn ich vergesse, ihn um Hilfe zu bitten. Er würde auch nicht extra nicht helfen, wenn ich das mit dem Beten vergessen habe. Er hilft mir immer und ist für mich da.

Cornelia: Mir hilft im Moment dieses Wissen auch sehr. Dass ich einfach daran glaube, dass wir unter Gottes grossem Segen sind wie unter einem Schirm. Egal, ob ich im Gebet daran denke oder nicht. Es ist einfach so. Ich möchte dieses Bewusstsein auch meinen Kindern mitgeben, dass wir gesegnet sind. Ob mit Freundschaften, mit Hab und Gut, mit Menschen, die für uns beten und uns unterstützen, wenn wir herausgefordert sind. Wir sind gesegnet und wir dürfen dadurch auch für andere ein Segen sein und den Segen weitergeben.

 

„Wir können uns verschenken und grosszügig sein im Alltag.“ Wie verschenkt ihr euch als Mama, wie lebt ihr das?

Ramona: Ich bin im Moment oft Zuhause. Jetzt in der Coronazeit habe ich mich vor allem in Beziehungen verschenkt. Ich habe bei Anfragen zu einem Spaziergang oder sonst einem Unternehmen meistens zugesagt. Unsere Kinder gehen sowieso gerne raus. Ich versuche mich in meinem Alltag dort zu verschenken, wo ich sowieso schon etwas mache. Zum Beispiel koche ich für uns als Familie und kann dann auch spontan eine Freundin einladen, bei uns zu essen. Ein anderes Mal habe ich einer Freundin, die gerade ein Neugeborenes hat, Essen vorbeigebracht. Ich überlege oft, bei wem ich mich schon lange nicht mehr gemeldet habe oder wer eine Ermutigung brauchen könnte. Dann melde ich mich bei dieser Person. Mir ist es wichtig, dass wir grosszügig sind und unsere Kinder dies bei mir sehen oder sogar mithelfen, indem sie zum Bespiel jemandem Essen übergeben dürfen.

Und wie verschenkst du dich als Mama deinen Kindern?

Ramona: Auch meinen Kindern schenke ich gerne meine ungeteilte Zeit. Da lege ich dann auch ganz bewusst das Natel für eine gewisse Zeit beiseite. Dies musste ich am Anfang lernen. Ich bin Pflegefachfrau, das kriegen auch meine Kinder zu spüren. So gebe ich beispielsweise vollen Einsatz, wenn meine Kinder krank sind. Ich gebe da alles für sie und bin voll da.

Tanja: Ich bin vor allem grosszügig in meiner Nächstenliebe. Ich verschenke mich durch und durch in meinem Familienalltag. Auch sonst versuche ich dort, wo ich gerade bin, mein Bestes zu geben. Ich mache einiges ehrenamtlich und investiere mich dort mit Herzblut. Im Frauenverein haben wir dieses Ostern eine Aktion, bei der ich aktiv mithelfe. Ich verschenke mich durch solche Aktionen ganz praktisch unserem Dorf. Unsere Kinder helfen da tatkräftig mit. Gerade läuft eine Aktion, bei der alle Kinder des Dorfes Blumentöpfli bemalen. Diese werden mit Blumen bepflanzt und alle Senioren erhalten eines. Anina, unsere Tochter, hat 30 Töpfli bemalt. Unsere Kinder wissen, dass es die Senioren durch die Coronazeit schwer haben und dass wir ihnen deshalb eine Freude machen wollen. Als Mama ist mir die ungeteilte Zeit für die Kinder wichtig. Auch Rituale sind mir wichtig und gesundes Essen. Ich habe auch gemerkt, dass ich meinen Kindern nicht alles bieten muss. Ich bin nicht so der Typ, der sich mit ihnen hinsetzt und Lego spielt. Manchmal habe ich deswegen ein schlechtes Gewissen. Da muss ich mir selbst sagen: das ist doch ok, sie können auch alleine spielen. Zudem spielt mein Mann gerne, er spielt mit ihnen häufig Gesellschaftsspiele. Ich backe dafür viel mit ihnen. Generell mache ich häufig etwas in der Küche, bei dem sie mithelfen dürfen.

Ich lerne gerade, mich in meinem Alltag unterbrechen zu lassen. So verschenke ich mich ganz spontan an meine Kinder.

Cornelia

Cornelia: Ich habe es auch so dass ich mich gerne an meine Kinder verschenke, indem ich Zeit mit ihnen verbringe. Ich finde es besonders schön, wenn Zweisamkeit spontan entsteht. Wenn eins meiner Kinder kommt und es hat gerade eine Idee, etwas mit mit zu machen, ist es sehr schön, wenn ich mich darauf einlasse und es schaffe, anderes liegen zu lassen. Wenn ich diesem Bedürfnis gerade in diesem Moment nachkomme entsteht oft eine ganz schöne eins zu eins Zeit mit einem Kind. Ich lerne gerade, mich in meinem Alltag unterbrechen zu lassen. So verschenke ich mich ganz spontan an meine Kinder. Das sind für mich sehr schöne Momente im Mamialltag.

Andrea: Bei mir klingt verschenken etwas anders als bei euch, das wandelt sich wahrscheinlich mit der Zeit ein bisschen. Wir wohnen auf einem Hügel. Daher fahre ich meine Kinder oft irgendwohin. Mein Verschenken bedeutet, dass ich mich mit meinen Bedürfnissen zurückstelle. Manchmal macht mir dies auch Mühe, dass es so oft nur um die Kinder geht und ich mich frage: Wo bleibe da ich noch? Ich bin dauernd dran. Das Rad dreht, aber nicht für mich. Ich verschenke mich durch so viele Dinge, die einfach gemacht werden müssen. Ich lerne im Moment aber auch, für mich selbst zu sorgen. Mir tut die Arbeit im Kindergarten gut. Dort kann ich abschalten. Oder auch ein Hobby nur für mich geniesse ich. Mit unseren grösseren Kinder wälzen wir andere Probleme als früher. Da führen wir Gespräche oder müssen etwas gemeinsam ausbaden. Da müssen wir als Eltern einfach durch. Wir investieren uns in unsere Kinder, weil wir sie lieben. Aber wir wollen unsere Kinder ja weiterbringen. Auch wenn wir zum Beispiel nicht einer Meinung sind mit unseren Kindern. Da können wir mit ihnen reden und unsere Werte vermitteln. Dann lasse ich sie aber auch los, weil sie ihren Weg selber gehen dürfen. Verschenken ist für mich teilweise eine Last oder ein Opfer. Aber oft ist es auch sehr schön, zum Beispiel wenn wir zusammen ein Spiel spielen oder Gespräche führen.

Ramona: Ich bin froh dass du, Andrea, diesen Teil des Mamialltags ansprichst. Manchmal bin ich von morgens bis abends dran und dann teilweise sogar noch in der Nacht. Mir hilft es, zu hören, dass du es manchmal auch anstrengend erlebst. Mir nimmt dies gerade Druck weg, weil ich mich manchmal etwas egoistisch fühle, weil ich so empfinde.

Andrea: Ich denke manchmal auch: Nicht mal auf der Toilette habe ich mal meine Ruhe. Trotzdem überwiegt dann insgesamt das Schöne und überdeckt das Anstrengende. Von den schönen Momenten zehre ich noch sehr lange.

Cornelia: Ich bemerke bei uns, wie sich unsere Kapazitäten verändern. Je grösser die Familie ist, desto weniger liegt ausserhalb der Familie noch drin. Mir ist es wichtig, dass ich neben der Familie auch noch Zeit für mich selbst habe. Es bleibt zum Beispiel im Moment weniger Zeit für Gastfreundschaft. Dies ist über die Jahre bei uns weniger geworden, einfach auch weil es den Kindern zu viel wird. Dafür haben wir viele materielle Sachen wie Spielsachen oder Kleider, die wir verschenken können. Manchmal ist es sogar unsere Wohnung, die wir anderen zur Verfügung stellen. Im Moment verschenken wir uns eher auf diese Art.

„Hilfe, was ist das für eine Frage! Ich bin doch kein Wunder!“ Ich mache dieses und jenes falsch, ich kann doch kein Wunder sein. Doch eigentlich, denke ich, bin ich als Mami tatsächlich ein Wunder und das Beste für unsere Kinder, weil Gott mich an die Seite unserer Kinder gestellt hat.

Andrea

Ich bin das Wunder für andere. Wir sind mitfühlend, richten auf, wir geben unseren Kindern die Liebe und Gnade Gottes weiter. Wie macht ihr das? Wie lebt ihr dies in eurem Mami- Alltag, dass eure Kinder die Liebe und Gnade von Gott erfahren können?

Andrea: Mein erster Gedanke darauf ist: „Hilfe, was ist das für eine Frage! Ich bin doch kein Wunder!“ Ich mache dieses und jenes falsch, ich kann doch kein Wunder sein. Doch eigentlich, denke ich, sind wir als Mamis tatsächlich ein Wunder und das Beste für unsere Kinder. Auch wenn ich etwas falsch mache oder mein Kind falsch behandle oder streng bin, bin ich trotzdem die beste Mutter, weil Gott mich an die Seite meiner Kinder gestellt hat. Wir sind ein Wunder, weil wir ihre Eltern sind. Wir dürfen dabei Fehler machen. Wichtig ist, dass wir uns dann auch entschuldigen. Darin bin ich recht stark. Gerade heute war eine solche Situation. Ich kam müde von der Arbeit heim und Zuhause ging es hektisch weiter. Ich habe dann meine Kinder angeschnauzt. Anschliessend habe ich mich für mein Verhalten entschuldigt und ihnen gesagt, dass es nicht ihr Fehler war. Wenn sie erleben, wie wir uns entschuldigen, sind dies die kleinen Wunder. Auch die bedingungslose Liebe ist eine Art, wie sie durch uns Gottes Liebe und Gnade erfahren können. Wir weisen zwar manchmal ihr Verhalten zurecht und manchmal hat etwas Konsequenzen. Dabei sagen wir aber auch, dass wir sie lieben und dass es manchmal gerade deswegen Konsequenzen braucht. Wir möchten ja, dass sie weiterkommen und etwas lernen. An unserem Verhalten sehen sie, wie sich unser Glaube praktisch auswirkt. Es ist mein Gebet, dass ich Gott ähnlicher werde und sich dies auswirkt auf mein Handeln meinen Kinder gegenüber. Ja, ich möchte erkennen, das ich das Wunder bin. Tagtäglich.

Ramona: Ich bin ein sehr authentisches Mami. Ich kann ganz ehrlich sagen: Dieser Tag ging in die Hose, und zwar von A-Z. Ich bin da ganz ehrlich. Ich habe Fehler und ich mache Fehler. Ich sage das auch anderen so. Ich bin voll auf Gott angewiesen in meinem ganzen Alltag. Ich merke oft, das einzige was ich jetzt noch machen kann, ist beten, sonst habe ich keine Geduld mehr. Ich habe eine Kollegin, die auch Mami ist. Bei ihr bin ich ganz ehrlich auch bezüglich meinen Schwierigkeiten. Wenn ich meiner Freundin nur das Schöne erzählt hätte, hätte sie sich neben mir schlecht gefühlt, weil bei ihr nicht alles immer rund läuft. Durch meine Ehrlichkeit kann ich sie ermutigen, weil sie an mir sieht, dass zum Mami Alltag sowohl Schönes wie auch Schwieriges gehört. Ich erlebe: Gerade weil ich Fehler mache, wird Gott so gross. Es gibt auch einen Bibelvers, in dem steht, dass Gott in unserer Schwachheit stark ist. Ein Beispiel dazu: Als mein Sohn halbjährig war, fiel er mir vom Wickeltisch. Dies war für mich der Fehler schlechthin. Ich habe mich dafür so geschämt. Wir mussten mit ihm ins Inselspital. Doch der Kleine war schon wieder zufrieden, er hat diesen Sturz einfach weggesteckt und strahlte mich an. Wir durften ohne Schaden wieder heim. Dieses Erlebnis hat mir gezeigt: In meiner grössten Schwachheit ist Gott stak. Er ist barmherzig und gnädig. Er zeigt mir: Du darfst Fehler machen. Deswegen bestrafe ich dich doch nicht. Dies werde ich nicht mehr vergessen und versuche dies auch anderen weiterzugeben: Gerade weil wir als Menschen begrenzt sind, sind wir ein Wunder, weil Jesus durch uns durchscheint.

Tanja: Wir dürfen mal wütend und gereizt sein. Es ist aber wichtig, dass wir einander vergeben und wieder Frieden schliessen. Meine Kinder sagen mir – leider – oft : „Oh, Mama, hast du wieder ein Trotzmonster auf dem Kopf.“ In solchen Momenten will ich mich entschuldigen. Ich lerne auch viel von unseren Kindern. Unser Ältester hat eine so schöne Art, in der er mir Vorbild ist. Ich möchte ein Wunder für andere sein, indem ich da, wo ich gerade bin, mein Bestes gebe. Indem ich zum Bespiel jemanden anlächle beim Einkaufen, oder dass ich meiner Nachbarin im Garten zuwinke. Oder indem ich bei der Arbeit mein Bestes gebe und mich investiere. Vor allem Zuhause möchte ich ein Wunder sein und Nächstenliebe leben.

Cornelia: Ich versuche im Alltag ganz praktisch, die Liebe und die Gnade, die Gott mir gegenüber hat, auch bei den Kindern zu leben. Wenn sie zum Beispiel Streit haben, wäre meine erste Reaktion, diesen Streit zu schlichten. Da versuche ich, inne zu halten und mich zu fragen wo ist jetzt die Liebe und Gnade von Gott in dieser Situation. Dadurch reagiere ich oft ganz anders, zum Beispiel indem ich zu ihnen gehe und sie umarme und tröste anstatt etwas zu klären. Jemand hat mal gesagt: „Ein Schlüssel für mich ist es, wenn ich auf Ablehnung mit Liebe reagiere.“ Diesen Satz versuche ich umzusetzen. Unser Ältester hat manchmal sehr ablehnend reagiert. Auf seine Ablehnung habe ich versucht, mit Liebe zu reagieren und erstaunlicherweise hat er diese Liebe angenommen. Ich merke: Wenn ich nicht gerade sofort reagiere und es schaffe zu warten, dann kann Gott mir manchmal einen Impuls geben. Eine der grösste Herausforderungen ist für mich, dass ich zu mir selbst barmherzig bin. Ich muss lernen, Dinge stehen zu lassen und loszulassen. Das bedeutet, dass ich mir zum Beispiel abends Ruhe gönne, auch wenn noch nicht aufgeräumt ist.

 

Wie setzt ihr es praktisch um, zu dienen und zu glauben, auch wenn ihr im Moment noch nicht so viel davon seht?

Ramona: Ich diene gerade ganz fest in der Nacht bei meinem Sohn, weil er mich da oft braucht. Ich hatte eine Phase, da war ich wütend auf ihn, weil er nicht durchschläft, die grosse Schwester konnte dies nach 3 Wochen. Plötzlich hatte ich das Gefühl, dass Jesus mir zeigt, dass mein Sohn anders ist als seine Schwester und dass er gut ist, wie er ist. Die Zeit, die ich in der Nacht investiere, ist nicht eine verlorene Zeit. Seither bin ich viel ruhiger. Ich glaube fest daran, dass sich mein Einsatz auszahlen wird, und zwar nicht nur in den Nächten. Ich glaube, dass sein Grundvertrauen dadurch wächst und ihm meine Liebe ein gutes Fundament gibt. Er darf spüren, ich werde geliebt ohne zu leisten. Dies ist mir sehr wichtig für meine Kinder. Ich glaube, dass die Zeit und die Liebe, die ich jetzt in sie investiere, ihnen helfen wird, dass sie ein gutes Selbstvertrauen entwickeln und sie dies dann auch in die Welt hineintragen und dadurch Gott gross machen. Ich wünsche mir, dass unsere Kinder uns noch darin übertreffen, wie sie dann diese Liebe an andere weitergeben.

Andrea: Ich spreche unseren Kindern oft gute Dinge zu wie: Wir lieben dich. Du bist ein schönes Kind. Du bist ein gutes Kind. Du bist perfekt. In Gottes Augen, aber auch in unseren Augen. Auch wenn nicht alles perfekt läuft. Mit einem Kind sind wir momentan in der Erziehungsberatung. Da dienen wir gerade konkret, indem wie ihm die Hilfe verschaffen, die es braucht. In einer bestimmten Situation war dieses Kind total überfordert. Es hat sich verkrochen und geweint. Darauf machte ich den Vorschlag, ob wir Hilfe von aussen brauchen. Unser Kind konnte dann ganz klar sagen, dass es Hilfe braucht. Das hat mich beeindruckt. Ich habe mir dann selbst ein wenig Vorwürfe gemacht, weil wir uns nicht eher Hilfe geholt haben. Ich merke: Es ist keine Schande, wenn man sich Hilfe holt. Dies möchte ich auch euch jungen Müttern mitgeben: Holt euch Hilfe. Wir müssen als Eltern nicht alles können. Dienen ist für mich auch: Zeit investieren, beim Hausaufgaben machen helfen, herumfahren. Dadurch merken sie, wie wichtig sie uns sind, und wenn wir es auch noch mit Worten täglich unterstreichen, wissen sie, wir Mütter stehen ganz fest zu ihnen.

Cornelia: Dienen habe ich bisher mit Dingen verbunden wie: Ich trage ihnen etwas zurecht, mache noch den Znüni parat, ich hole etwas, wenn sie es brauchen. Mich beschäftigt momentan aber die Frage: Ist es noch ein Dienen, wenn ich einem 8- jährigen Jungen die Kleider zurechtlege? Oder ist es ein Dienen, wenn ich es ihm zutraue, dass er dies jetzt selber kann? Dienen heisst für mich auch, dass ich meinem Kind Verantwortung übergebe und ihm etwas zutraue. Ich stelle mir die Frage: Dient es oder bremst es aus? Das Thema ist wahrscheinlich auch mit ihren persönlichen Liebessprachen verbunden. Nicht jedes Kind braucht dasselbe. Eines unserer Kinder spricht die Liebessprache der Zärtlichkeit, ihm dient es, wenn ich ihm abends die Füsse einsalbe. Wenn ich ihm jedoch seine Kleider zurechtlege, dient es ihm nicht, denn Hilfsbereitschaft ist nicht seine Liebessprache.

Wenn ich daran denke, wie Jesus in der Bibel sagt, dass wir glauben können, ohne bereits etwas davon zu sehen, wächst in mir immer mehr das Vertrauen und die Gelassenheit, dass irgendwann der Tag kommt, an dem alles klappen wird.

Tanja

Tanja: Wenn ich daran denke, wie Jesus in der Bibel sagt, dass wir Glauben können, ohne bereits etwas davon zu sehen, wächst in mir immer mehr das Vertrauen und die Gelassenheit, dass irgendwann der Tag kommt, wo alles klappen wird. Sei es zum Beispiel beim Durchschlafen. Irgendwann kommt alles gut, sie haben alles gelernt und sie sind gut ausgerüstet fürs Leben. Ich habe da ein konkretes Bespiel: Unser 7-jähriger hat noch lange ins Bett gemacht. Dies war für mich eine grosse Herausforderung. Das Bett war häufig durchnässt und ich musste oft die Bettwäsche wechseln. Dadurch hatte ich so einen Frust und wurde manchmal auch wütend, obwohl ich wusste, dass ich nicht wütend werden sollte. Trotzdem sind wir am Thema dran geblieben und haben jeden Abend dafür gebetet. Seit drei Nächten klappts. Diese Situation hat mir wieder neu bestätigt: Wir wissen nicht, wann etwas klappt, aber irgendwann wird es klappen. In dem Moment, wo etwas noch nicht klappt, dürfen wir lernen, geduldig zu bleiben und dran zu bleiben.

Cornelia: Das ist jetzt gerade eine sehr schöne Geschichte, Tanja, um dieses Gespräch abzuschliessen. Es ermutigt mich dazu, dass wir alle dran bleiben mit unseren Kindern, nie aufhören, uns zu investieren und immer wieder gross glauben und gross beten.

Diese Frauen waren am Gespräch dabei

Ramona: Mutter von zwei Kindern (Mila, 2jährig, Miro, 8 Monate)

Cornelia: Mutter von vier Kindern (Linus, 10jährig, Noe, 8jährig, Ayla, 5jährig, Joya, 3jährig)

Andrea: Mutter von vier Kindern (Joy, 17jährig, Joscha, 15jährig,  Linus, 13jährig, Kim, 10jährig)

Tanja: Mutter von vier Kindern (Cedric, 7jährig, Anina, 5jährig,  Till, 3jährig, Nils, 9 Monate)

 

Redaktorin: Mirjam

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